Offener Brief (Teil 2)

an die Presse, Frau Dr. Pötschke-Langer und Frau Ministerin Steffens

von Philgood, YouTube Kanal Dampferhimmel
Niederschrift von TomCat, Mitglied im Dampfertreff

Ich habe Ihnen im ersten Teil aufgezeigt, welche zurechtgebogenen "Wahrheiten" in der Berichterstattung über die elektrische Zigarette verbreitet werden. Im zweiten Teil möchte ich Ihnen noch ein paar grundsätzliche Gedanken und Fakten zum elektrischen Rauchen erörtern.
Erstens zum Thema Tabakprävention: Als Dampfer halte ich die Tabak- und Suchtprävention für unerlässlich und zwar aus dem einfachen Grund, weil wir Dampfer zu diesen Süchtigen gehören. Wir wissen aus eigener Erfahrung wie schlimm es ist, mit dieser Sucht zu leben und wie sehr diese Sucht den Alltag und die Lebensqualität beeinträchtigt. Wir unterstützen deswegen die Prävention uneingeschränkt, damit nicht noch mehr Leute in die gleiche Suchtfalle tappen, wie das bei uns leider bereits der Fall ist. Über 80 % der Dampfer sind zwischen 40 und 60 Jahre alt und blicken auf eine unrühmliche "Karriere" von 20, 30 oder gar 40 Jahren Tabakrauch zurück. Alle diese Menschen haben zahlreiche Versuche unternommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Sie sind aber laufend gescheitert, weil der Suchdruck schlicht zu groß ist. Diese Menschen haben mit der elektrischen Zigarette die Möglichkeit erhalten, ihre Sucht auf eine deutlich weniger schädliche Art zu befriedigen. Dampfen ist nicht gesund, dampfen ist schädlich. Ich werde nicht müde, dies immer wieder zu betonen. Aber, es ist mit Sicherheit um ein vielfaches weniger schädlich als Rauchen.

Wir Dampfer sind übrigens sehr gesundheitsbewusste Menschen. Das mag im ersten Moment ein wenig paradox klingen, es ist aber tatsächlich so. Wir haben es geschafft, mit den Zigaretten aufzuhören und achten deshalb sehr genau darauf, was wir inhalieren und dass da keine zusätzlichen Schadstoffe involviert sind.

Und damit komme ich zu einem Thema, das immer wieder in der Presse verbreitet wird, das Argument, man wisse nicht, was für Stoffe in den Liquides enthalten sind. Diese Aussage ist komplett falsch. Wir wissen sogar sehr genau, woraus Liquides bestehen, im Gegensatz zu der Zigarette, dort wissen wir es nicht. Wir haben von der Konsumentenseite her immer Druck auf die Hersteller und die Händler gemacht und Transparenz gefordert. Mit gutem Erfolg, heute sind auf vielen Liquidfläschchen die genauen Inhaltsangaben deklariert oder es gibt separate technische Datenblätter oder Zertifikate dazu. Auch die Forderung nach Liquidflaschen mit kindersicheren Verschlusskappen und die Forderung nach Warnhinweisen auf den Flaschen kamen immer wieder von uns Konsumenten. Wir sind in dieser Frage auf dem richtigen Weg. Immer mehr Händler und Hersteller erfüllen diese Forderungen. Aus diesen Gründen unterstützen wir auch Kontrollen und Regulierungen der Inhaltsstoffe, das ist in jedem Fall in unserem Sinne. Dazu bedarf es aber ganz sicher keiner Einstufung als Arzneimittel.

Zum besseren Verständnis der Liquides möchte ich Ihnen kurz die Inhaltsstoffe aufzählen, es sind nämlich nur drei oder vier. Propylenglycol und Glycerin machen über 90 % der Liquides aus. Dazu kommen Lebensmittelaromen und, wenn gewünscht, Nikotin. Alle diese Inhaltsstoffe sind auch in Zigaretten enthalten. Ich betone dies, um Ihnen aufzuzeigen, wie absurd die Diskussion über ein Verbot der elektrischen Zigarette oder eine Einstufung als Arzneimittel ist. Es wird also tatsächlich über ein Verbot oder über eine massive Einschränkung der elektrischen Zigarette diskutiert, obwohl Tabakzigaretten, die exakt die gleichen Stoffe beinhalten und noch einige hundert schädliche und Krebs erregende mehr, in jedem Warenhaus frei verkäuflich sind. Meine Damen und Herren, das ist absurd, ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Ein weiterer Punkt, der immer wieder in der Presse angeführt wird: Es gibt noch keine Studien über die elektrische Zigarette. Falsch, falsch! Es gibt Studien, es gibt wissenschaftliche Arbeiten, es gibt Untersuchungen und es werden immer mehr. Immer mehr Wissenschaftler beschäftigen sich mit der elektrischen Zigarette und veröffentlichen ihre Ergebnisse. Man muss sie einfach lesen wollen. Natürlich gibt es keine Langzeitstudie über einen Zeitraum von 15 oder 20 Jahren. Das kann es nicht geben, weil es das elektrische Rauchen erst seit ca. sechs Jahren gibt, also der Ruf nach solchen Langzeitstudien ist komplett verfehlt. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Langzeitstudien über die Schädlichkeit der Zigarette oder die Lungenbelastung durch den Straßenverkehr, es wurde aber trotz all dieser Studien niemals über ein Verbot von Verbrennungsmotoren oder einer Einstufung derselben ins Arzneimittelgesetz diskutiert.

Prof. Dr. Michael Siegel von der Universität in Boston kommt in seiner letztjährigen Studie zum Schluss, dass die elektrische Zigarette "mindestens 1000 mal weniger schädlich ist als die Tabakzigarette". In seiner Schlussbemerkung zur Studie schreibt Professor Siegel: "Würde man diese Produkte vom Markt nehmen, würde dies tausende Nutzer dazu zwingen, wieder Zigaretten zu rauchen. Warum sollten die FDA und Antirauchergruppen solche Schritte unternehmen, die die öffentliche Gesundheit ernsthaft schädigen würden? Die einzigen, die durch ein Verbot der E-Zigarette geschützt würden, sind die Tabakkonzerne, da diese neuen Produkte die erste wirkliche Bedrohung ihrer Profite seit Jahrzehnten darstellen."

Und damit möchte ich mich nun direkt an die Presse wenden:

Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten,
es liegt jetzt in ihrer Pflicht in dieser Sache objektiv zu berichten. Sie alle wissen um den Pressecodex. Die journalistische Ethik verbietet es ihnen, offensichtliche Falschaussagen ohne Prüfung zu veröffentlichen, auch wenn sie von noch so hoch dekorierten Persönlichkeiten kommen. Ich bitte Sie alle, in dieser Angelegenheit ihre Hausaufgaben zu machen und seriös zu recherchieren. Die Recherchen zu diesem Thema sind übrigens relativ einfach. Sie finden alle Informationen im Netz und das mit einem sehr geringen Suchaufwand.

Wissen Sie, ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, überhaupt nicht. Wenn man sich aber die Veröffentlichungen in den letzten Wochen und Monaten anschaut, dann erkennt man ein Muster und es scheint offensichtlich, dass hier eine Kampagne läuft, sehr gezielt und sehr systematisch. Wer im Hintergrund die Fäden zieht, auf diese Spekulation möchte ich mich öffentlich nicht einlassen. Ich überlasse sie gerne Ihrem eigenen Urteilsvermögen.

Ich komme zum Schluss, aber ich möchte Ihnen unbedingt noch die Geschichte von Klaus erzählen, sie ist mir sehr wichtig. Klaus ist 56 Jahre alt. Er ist ein sehr humorvoller, intelligenter und belesener Mensch. Er besitzt seit 30 Jahren ein kleines Buchantiquariat im Norden von Deutschland. Klaus hat 40 Jahre lang geraucht, 50 bis 60 Zigaretten täglich. Ich habe seit gut einem Jahr Kontakt mit ihm und er hat im Dezember 2010 von einem Tag auf den anderen mit dem Rauchen aufgehört und ist auf die elektrische Zigarette umgestiegen. Er hat mir dann immer wieder mal geschrieben, wie es im so geht. Sein vorher bedenklicher Gesundheitszustand hat sich in diesem Jahr massiv verbessert. Es war mir immer eine große Freude seine Emails zu lesen, in denen er von seiner neuen Lebensqualität berichtete. Er hat gesprüht vor Lebenslust, ist dem örtlichen Turnverein beigetreten und hat mit seiner Frau zusammen das Wandern als Hobby entdeckt. Diese Woche kam nun die folgende Email von Klaus:

"Lieber Phil,
ich kann nicht mehr. Nach dem RTL Bericht von gestern Abend bin ich es leid. Ich habe genug, mich ständig überall rechtfertigen zu müssen, vor Leuten, die ihre Bildung bei RTL Extra abholen. Ich kann es nicht mehr hören, wie sie mir alle erzählen, wie gefährlich und schädlich das Dampfen doch ist. Ich habe heute Morgen fünf Stangen Zigaretten geholt und soeben die dritte Schachtel aufgemacht. Ich schäme mich und ich verachte mich, vor meiner Frau und vor mir selbst. Ich gebe auf, sie sollen feiern, dass sie es geschafft haben. Ich bin am Boden zerstört, aber ich bin wieder Raucher. Das haben sie doch alle gewollt.
"

Ich bin sehr traurig und ich bin sehr zornig zugleich. Frau Ministerin Steffens, Frau Dr. Pötschke-Langer, meine Damen und Herren von der Presse ist es das was sie wollen? Möchten Sie, dass Leute wie Klaus wieder zu Rauchern werden? Warum tun Sie das? Welche Interessen verfolgen Sie? Falls Sie ein intaktes und funktionierendes Gewissen haben, ich gehe davon aus, denken Sie bitte an meinen Freund Klaus.

Auf Wiedersehen.

 

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Offener Brief
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